11.06.2018 | Autor: KoC | Kategorie: Recht

Wenn Nachbar‘s Solaranlage blendet

Immobilien News von Wolff & Müller

Das OLG Düsseldorf hat einem klagenden Nachbarn in der Berufungsinstanz (Urteil vom 21.07.2017, Az.: I-9 U 35/17, 9 U 35/17) einen Beseitigungsanspruch wegen unzumutbarer Blendung durch Reflexionen von Sonnenlicht auf einer benachbarten Photovoltaikanlage zugesprochen.

Hiernach muss der Kläger eine erhebliche Blendwirkung, die von einer Solaranlage auf dem Dach des Nachbarhauses verursacht wird, nicht dulden.

Entscheidend waren aber auch hier die Umstände des Einzelfalles wie die Dauer der Blendwirkung, die Intensität der Lichtreflexe und die daraus resultierende Nutzungsbeeinträchtigung des betroffenen Grundstücks.

Eine Duldungspflicht ergibt sich auch nicht aus dem gesetzgeberischen Willen, erneuerbare Energien zu fördern.

Wäre dies der Fall, würde dies auf einen „Freibrief“ zur Installation von Solaranlagen ohne Rücksicht auf schützenswerte Interessen Dritter hinaus laufen.

Maßgeblich war vielmehr die Einordnung der Blendwirkung als „wesentliche“ Beeinträchtigung aus der Perspektive eines „verständigen Durchschnittsmenschen“.

Nach dem Urteil des OLG Düsseldorf ist der Nachbar nun verpflichtet, die Solaranlage so auszugestalten, dass eine wesentliche Beeinträchtigung des benachbarten Grundstücks durch Blendwirkung ausgeschlossen ist.

Quelle: WOLFF & MÜLLER Immobilien
Foto:    WOLFF & MÜLLER Immobilien

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